„19 Kilogramm mehr Haushaltsmüll im Coronajahr 2020“ pro Kopf berichtet das statistische Bundesamt. Die Müllberge in Deutschland wachsen und stellen Umwelt und Kommunen zunehmend vor Probleme. Auch die Haltung von Katzen spielt dabei eine Rolle: Wesentlicher Treiber der Abfallmenge ist der Gebrauch mineralischer Katzenstreu, die mit 630.000 Tonne Müll im Jahr ein massives Umweltproblem darstellt und im Restmüll entsorgt werden muss. Wer hingegen pflanzlich streut, reduziert das Müllaufkommen im Vergleich zur mineralischen Streu um bis zu 200 kg im Jahr. Und um den biologischen Kreislauf zu schließen, empfiehlt sich eine Entsorgung der pflanzlichen Streu in der Biotonne. Bisher gibt es aber nur wenige Kommunen, die das zulassen bzw. den Rahmen dafür geschaffen haben. Wir stellen euch zwei Vorreiter für nachhaltige kommunaler Abfallwirtschaft vor:

1. Wunsiedel im Fichtelgebirge

Die Biotonne wurde im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge bereits 1991 eingeführt. Die Menge an Exkrementen beeinträchtigt nicht die Qualität des Komposts und kann bedenkenlos verwendet werden. „Auch pflanzliche Katzenstreu darf bei uns in der Biotonne entsorgt werden. Kleintier- und Katzenstreu enthält natürlich eine gewisse Menge an tierischen Exkrementen, das ist also erlaubt. Allerdings ist ausdrücklich die Entsorgung von Hundekot in der Biotonne aus tierseuchenrechtlichen Gründen untersagt“, hat uns Kurt Ernstberger, Vorstand Kommunalunternehmen Umweltschutz, mitgeteilt. 

2. Landkreis Roth

Etwas später als in Wunsiedel wurde 1993 die Biotonne im ebenfalls fränkischen Landkreis Roth eingeführt. Dabei fiel auch die Entscheidung über die zu entsorgenden Bioabfälle – und damit über die Entsorgung pflanzlicher Streu. Von der Pressestelle heißt es: „Reste von Exkrementen können auch in die Biotonne gegeben werden – vielfach werden diese aber von den Tierbesitzern schon vor Einfüllen der Einstreu entnommen und über die Restmülltonne entsorgt.“

Einheitliche Standards für KatzenhalterInnen

Wir fordern bundesweit einheitliche Standards und Rahmenbedingungen, die es allen KatzenhalterInnen ermöglichen, die Streu über die Biotonne in die zirkulären Abfallwirtschaftssysteme der jeweils zuständigen Kommune zu geben.  Hier erfahrt ihr mehr: Unsere Forderung: Verbot von Mineralstreu bis 2030! (catsforfuture.de)